Sein Hobby sind die Honigbienen, und das, obwohl er sogar allergisch gegen sie ist: Christian Voit aus Gutau im Mühlviertel über seine Faszination für die fleißigen Bienen und ihrem süßen Erzeugnis, das auch in der Honeder Naturbackstube zu genießen ist.

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Eine Honigerzeugung ist keine leichte Sache - vor allem für die Bienen: Um für ein 500 Gramm Glas Honig genügend Nektar zusammenzubekommen, muss ein Bienenvolk umgerechnet zweieinhalb Mal um die Welt fliegen. Und jede Sammelbiene leistet dabei Schwerstarbeit. Schließlich passen pro Ausflug nur rund 30 Milligramm Nektar in ihren Honigmagen, in dem die Basis für das köstliche Endprodukt Honig gelegt wird. Der aufgenommene Nektar landet im Honigmagen der Biene, wo er von Enzymen zu Trauben- und Fruchtzucker aufgespalten wird. Im Bienenstock angekommen, würgt die Sammelbiene den Nektar wieder aus und die Arbeiterbienen übernehmen.

„Dort geht der Prozess weiter“, sagt Hobby-Imker Christian Voit. „Mehrmals nehmen andere Bienen den Nektar auf und verändern ihn in ihren Mägen, bevor er am Ende in die Waben wandert. Beim Umsiedeln von Magen zu Magen wird der Honig immer dickflüssiger.“ Und das ist gut so. Schließlich ist Wasser für Honig schlecht, davon verdirbt er. „Deshalb schleudern wir Imker die Honigwaben: Auch dabei verliert der Honig Wasser, wodurch wir eine noch bessere Qualität bekommen.“ Den Wassergehalt in seinem Honig misst Voit penibel nach.

Für ein 500 Gramm Glas Honig muss ein Bienenvolk umgerechnet zweieinhalb Mal um die Welt fliegen.

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Im Hauptberuf arbeitet der 52-Jährige als Schlosser. Doch schon als 10-Jähriger übernahm er von seinem Vater einen ersten Ableger Bienen. „Worin die Faszination für mein Hobby liegt? Es beruhigt ungemein! Wir tragen ja alle immer Alltagsstress mit uns herum, aber die Bienen, die spüren das, und holen dich runter. Wenn ich zu meinen Bienen gehe, muss ich ruhig sein. Sonst stechen sie.“

Vor vielen Jahren passierte ihm genau das, Voit wäre an dem Angriff von 25 Bienen fast erstickt. Es stellte sich heraus: Er ist allergisch gegen Bienen. Seitdem geht er nur in voller Imkerkluft zu seinen Bienenstöcken mitsamt den 50.000 Honigbienen – und Notfalltabletten trägt er stets bei sich.

„Worin die Faszination für mein Hobby liegt? Es beruhigt ungemein!“

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Dass sein Honig in den Honeder Naturbackstuben zu kaufen ist und teilweise auch in den Honiglebkuchen wandert, macht ihn stolz. Entstanden ist der Kontakt auf kurzem Wege. Voits Sohn ist seit vielen Jahren Bäcker in der Naturbackstube. „Also habe ich ihm einmal gesagt, frag doch den Chef, wie es mit Honig in den Filialen aussieht.“ Die Antwort von Reinhard Honeder kam prompt, ja, probieren wir es einmal. Und seitdem liefert Christian Voit regelmäßig seinen gemischten Blüten-Waldhonig an die Filialen.

Allerdings, fügt er lachend hinzu, sei es mit seiner Hobby-Imkerei wie an der Börse mit manchen Aktien: Verdienen tut er nichts. Er steckt nur hinein. Zuckerwasser etwa bekommen seine Bienen zur Stärkung, ab und zu muss Voit einen Bienenstock neu kaufen, und manchmal spielt das Wetter so gar nicht mit und der erwartete Honig bleibt fast ganz aus. Und trotzdem: „Ich verlier’ die Freude daran einfach nicht, es ist ein wunderschönes Hobby.“

„Ich verlier’ die Freude daran einfach nicht, es ist ein wunderschönes Hobby.“


Text: Mareike Steger / Fotografie: Robert Maybach